Bauanleitung: Tutorial für eine Lazy Kate aus einem Pappkarton

Es gibt mal wieder ein Tutorial. Die Bauanleitung für diese Spindel- und Spulenhalterung habe ich vor Jahren für ein Onlinemagazin geschrieben (deswegen sind auch die Fotos nicht ganz so hübsch, die habe ich vor Jahren meiner alten Pocketkamera abgerungen). Da der Karton mit meiner Lazy Kate hier immer noch bei mir Daheim lebt und auch öfter in meinen Spinnkursen zur Sprache kommt (Meist begleitet von Sätzen wie  „Guck mal – so simpel geht das!“), habe ich den Text jetzt nochmal aus der Schublade gezogen und für euch etwas poliert.

Bauanleitung für eine Lazy Kate aus einem Pappkarton

Bauanleitung für eine Lazy Kate – Spulenhalterung selber machen

Wollverarbeitung und Garn selbst spinnen – ob nun auf Spinnrad oder per Handspindel – ist eine uralte Technik, die in den letzten Jahren als Hobby von vielen neu entdeckt wurde. Über kurz oder lang erweist sich eine Lazy Kate – also Spulenhalterung – zum Abrollen von selbstgewickelten Garnknäulen oder vollgesponnenen Handspindeln als sehr nützlich. Zum Beispiel beim Wickeln eines Zwirnballs (Plyingballs). Auf jeden Fall aber beim direkten Verzwirnen von Singles (Dochtgarn) zum mehrfädigen Garn benötigt man eine Vorrichtung, wo man die Spindeln, Spulen oder Garnknäule einfach einhängen und relativ problemlos abwickeln kann. Auch Spulen fürs Spinnrad können bei diesem Selbstbau – wenn die als Achsen verwendeten Stricknadeln denn dünn genug sind – eingehängt werden.

Turorial für eine Spulenhalterung

Materialkosten – günstig bis kostenlos

Die Materialkosten für die Lazy Kate belaufen sich auf circa  4 Euro und eine knappe Stunde Arbeitseinsatz.
Verwendet wurde hier ein Karton zur Aufbewahrung von Fotos, natürlich kann man auch einen stabilen und hübschen Geschenkkarton wählen. Der Klassiker schlechthin wäre übrigens eine Lazy Kate aus einem Schuhkarton (der ja auch noch verziert werden kann..). Greift man hierauf zurück und nutzt ungeliebte alte Stricknadeln von Omi, ist es sogar kostenlos. Kreativen Menschen fallen da sicherlich auch noch allerhand Alternativen und weitere Ideen ein.

Als Achsen nutze ich sehr günstige Nadelspiele aus Metall. Gekürzte Fahrradspeichen oder Holzstäbe wie dünne Rundhölzer oder Schaschlik-Spieße könnte man theoretisch ebenso nutzen, dann aber bitte darauf achten, dass das Holz geschmirgelt und splitterfrei ist, so dass keine Wolle hängen bleiben kann.

Tipp: Unbedingt darauf achten, dass die Nadeln länger sein müssen als der gewählte Pappkarton breit ist.

Selbstgebaute Lazy Kate (Spulenhalterung) aus einem Karton
Praktisch & dekorativ: Die Lazy Kate im Pappkarton

Das Gute an der selbstgebauten Spulenhalterung ist, dass man nach der Benutzung ganz einfach Spindeln und Stricknadeln entnimmt, die Nadeln hineinlegt und den Deckel auf die Kiste setzt. Nutzt man die Lazy Kate gerade nicht, kann sie so in der Zwischenzeit auch noch als praktischer Stauraum dienen. Ich liebe sowas. (Okay… bei mir hat sich in der Zeit allerhand Krimskrams darin angesammelt, ich muss dringend mal aussortieren.) Auch für Unterwegs – zum Beispiel zum Mitnehmen auf Spinntreffen oder in den Urlaub ist eine selber gefertigte Lazy Kate sehr praktisch: Allerlei nützliche Dinge lassen sich in dem Karton mitnehmen, die Löcher an den Seiten fallen kaum auf.

Bauanleitung für eine Lazy Kate

Benötigtes Material zum Bau einer Lazy Kate

1 stabiler Karton (bei mir Breite 15,5 x Länge 21 cm)
2 – 4 Metallstricknadeln (bei mir: 20 cm)
Cuttermesser
Handbohrer oder elektrisches Multifunktionswerkzeug (Bei mir leistet dieser Proxxon* seit fast 15 Jahren gute Dienste)
Panzertape, Tesafilm oder einfach hübsches Washi-Tape
Bleistift
Maßband

Bauanleitung für die Spulenhalterung

  • Ganz wichtig: Im Vorfeld darüber Nachdenken, welche Spindeln und Spulen hier ihren Platz finden sollen. Karton ausmessen und ausrechnen, wie viel Platz die Spindeln und als Stricknadeln verwendere Achsen (inklusive darauf später platzierter Wolle und Spulen) in Höhe und Breite benötigen und in welchem Abstand sie platziert werden sollen.
  • Mit Maßband und Bleistift an den beiden gegenüberliegenden Länggsseiten exakt gegenüberliegend den Platz für die Bohrungen und die Schnitte markieren.
  • Mit dem Cutter vorsichtig die Halterung für die Handspindel ausschneiden. Ist dies geschehen, die Schnitte mit dem Messer säubern und ordentlich mit Panzertape, Tesafilm oder Washi-Tape* auskleben. So wird die Pappe des Kartons durch die Reibung des hölzernen Schafts später nicht in Mitleidenschaft gezogen und auch die Chance, dass hier Wolle hängen bleibt, verringert sich.
  • Mit dem Multitool oder einem simplen Handbohrer* die Löcher für die Stricknadel-Achsen bohren. Hierbei darauf achten, die Löcher wirklich exakt gegenüberliegend, auf gleicher Höhe und groß genug für den Nadeldurchmesser zu bohren.
  • Fertig! 😀 Man kann den Karton jetzt noch verschönern, bemalen und bekleben. Wird der Faulenzer nicht benötigt, wandert er einfach als dekorativer Karton ins Regal und kann ganz viel Kruschtelkram beherbergen.

Die Benutzung der selbstgemachten Lazy Kate

Einfach Spulen mit Garn auf die Achsen setzen oder auf Toilettenpapierrollen aufgewickelte Garne. Mit (extrem großer – die Gefahr von Wollkotze ist hier einfach gegeben) Vorsicht lassen sich von vollgesponnenen Spindeln auch die Garnknäuel abziehen und direkt auf die Stricknadeln als Achsen herüberziehen. Oder man hängt  volle Spindeln direkt zum Verzwirnen ein. Wenn der Abstand des Schafts oberhalb des Wirtels zu gering ist, kann man die gesponnene Wolle auf dem Spindelschaft vorsichtig etwas nach unten schieben, so dass der Wirtel außerhalb der Box platzieren werden kann. Auf diese Art rutschen sie dann nicht so leicht aus der Führung.

Sollten die Spindeln dazu neigen, aus Ihrer Halterung zu hüpfen, kann man rechts und links von der in den Karton geschnittenen Öffnung für Spindeln jeweils ein kleines Loch bohren und so einen Faden quer darüber spannen.
Ist die Lazy Kate insgesamt vom Gewicht her zu leicht, schaffen ein paar gesäuberte Kieselsteine oder ein schweres Buch unten im Karton Abhilfe.

Selbstgebaute Spindeln

Und wer nicht nur bei der Spulenhalterung selbst Hand anlegen will findet bei mir natürlich auch noch mehr, zum Beispiel meine Bauanleitung für Hochwirtelspindeln und mein Turotial für selbstgemachte Kreutspindeln (hier auch auf Englisch).

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